Historie

Harema blickt auf eine lange Geschichte im Vertrieb von Reinigungsmitteln zurück. Die starke Verbundenheit mit der Reinigungsbranche ermöglicht es uns, nah an den Bedürfnissen der Gebäudereiniger zu sein und ein Sortiment zu bieten, dass optimale Voraussetzungen für ein sauberes Ergebnis schafft!


2016

Eröffnung: Harema Reinigungsmarkt

Profiqualität für Ihren Haushalt. Die Saubere Lösung.

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Nach Monaten der Planung und Umsetzung haben wir am 11.11.2016 unseren Reinigungsmarkt für Jedermann an der Gutenbergstraße 7 in Rodgau/Jügesheim eröffnet. Den Startschuss zur Eröffnung gaben Geschäftsführer Stefan Hammel und Bürgermeister Jürgen Hoffmann mit dem symbolischen durchtrennen des Eröffnungsbandes.

2015

Umzug

Der Hauptsitz in Rodgau zieht von der Philipp-Reis-Straße in ein größeres Gebäude in die Maria-Goeppert-Mayer-Straße um.

2014

Harema Speed Cleaning Day

Am 26. September veranstaltete Harema den Speed Cleaning Day an der Opel-Testrecke in Rodgau-Dudenhofen: eine Fachmesse mit Workshops und abschließender Fahrt auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke.

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Zahlreiche – auch internationale – Partner waren der Einladung von Harema-Geschäftsführer Stefan Hammel gefolgt, um sich in acht Fach- und Sachworkshops sowie in zwei Management-Vorträgen von Christian Kalkbrenner auf den neuesten Stand zu bringen. 

An den Messeständen konnten die Besucher die Produktvielfalt unseres Sortiments erleben und gleich ausprobieren, bevor erfahrene Opel-Testfahrer die Gäste des Speed Cleaning Day bei Tempo 250 mit auf die Strecke nahmen.

2010

Die Harema GmbH betreut von Ihren beiden Standorten Rodgau und Lichtenstein aus mehr als 2.500 Kunden im In- und Ausland mit einem Team von 45 Mitarbeitern.

Die Marke Speed Cleaning wird ins Leben gerufen. Unter diesem Namen laufen Produkte, die für eine besonders schnelle und effiziente Reinigung stehen.

2009

Speed Cleaning Day

Der erste Speed Cleaning Day, eine Art Hausmesse auf dem Gelände des ADAC in Gründau-Lieblos, findet statt.

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Speed Cleaning Day

Der erste Speed Cleaning Day, eine Art Hausmesse auf dem Gelände des ADAC in Gründau-Lieblos, findet statt.

2004

R°°SP

Die Harema GmbH ist eines der drei Gründungsmitglieder der R°°SP-Gruppe.

1996

Qualitätsmanagement

Die Harema GmbH wird nach DIN ISO zertifiziert.
Später wird durch Re-Zertifizierung auf ISO 9001:2000 umgestellt.

1993

Gründung der Harema GmbH Lichtenstein

1991

Walter Hammel tritt als Geschäftsführer ab.
Sein Sohn Stefan Hammel wird alleiniger Geschäftsführer.

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Familienfreundschaft erhalten

Die Firma Walter Hammel ist ihrem Standort Rodgau treu geblieben. Mehrmals umbenannt wurde aus „Walter Hammel – Großhandel für Schwämme und Fensterleder“ über „Walter Hammel – Moderne Gebäudereinigungsartikel“ schließlich der „Hammel Reinigungs-Markt“, kurz Harema. Die Geschäftsleitung der Harema GmbH liegt seit 1992 in den Händen des Sohnes, Stefan Hammel. Die Freundschaft zur Familie Unger hat sich ebenfalls in der zweiten Generation fortgesetzt. Auch Marc Unger, der die Geschäfte seines Vaters übernommen hat, ist ein guter Freund der Familie Hammel. In Sachen Innovationen und Markttrends ist die Firma Harema nach wie vor stark – 2001 gezeigt an der Einführung des vielfach gelobten R-EVO® WISCH SYSTEMS. Der Bereich Glasreinigung bildet noch immer ein Produktschwerpunkt im Sortiment der Harema GmbH, die auch im Jahre 2002 größter Einzelkunde der Firma Unger ist. Außer den Unger-Produkten bietet Harema aber auch Sicherheitszubehör für Glasreiniger an. Das Glasreinigungsmittel Glarin aus der hauseigenen Chemie-Serie AMERAH rundet das Glasreinigungsangebot ab. Die gefragten und gut besuchten Glasreinigungsseminare bei Harema werden immer auch vom Unger-Team unterstützt.

1987

Gründung der Harema GmbH

Gesellschafter sind Walter Hammel, Cornelia Anton geb. Hammel, Elke Staudt geb. Hammel und Stefan Hammel.
Alleiniger Geschäftsführer ist Walter Hammel.

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Mr. Window Cleaner

Henry Unger – später als „Mr. Window Cleaner“ bekannt – wurde immer erfolgreicher. Während er zunächst Wischer und Stangen aus den USA importierte, baute er später nach und nach eine eigene Produktion auf. Wischer und Zubehör wurden ständig weiter entwickelt. Heute sind seine Produkte auf der ganzen Welt bekannt und präsent. Seinen endgültigen Standort in Deutschland fand er in Solingen, dort, wo es das Rohmaterial für seine Produkte – rostfreien Stahl – gab. Ein zweites Standbein und sein Lebensmittelpunkt war jedoch der Folgebetrieb in Connecticut, USA. „Henry Unger starb viel zu früh. Unsere Freundschaft und Zusammenarbeit jedoch blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1999 bestehen. Was uns von Anfang an verbunden hat, war auch eine private Sphäre. Henry hat mir das internationale Essen beigebracht und ich ihm die Liebe zum deutschen Wein.

Bei seinen Besuchen in Deutschland hat er bis zuletzt immer auch einen Abstecher in Rodgau gemacht und sein „gutes Brot“ bekommen.“ Auch zu seiner letzten Ruhestätte in Connecticut begleitete Walter Hammel seinen Freund Henry Unger.

1961

Walter Hammel, Einzelfirma & Harema Reinigungsmarkt

Nach der Trennung von Thomas Bischof macht sich Walter Hammel als Einzelunternehmer selbständig.

Mitte der siebziger Jahre wird aus der Firma Walter Hammel der Harema Reinigungsmarkt, Inhaber Walter Hammel.

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Eigene Wege

Immer mehr etablierte sich jetzt in Deutschland neben der Glasreinigung auch die Gebäudereinigung. Parallel entwickelte sich auch das Unternehmen von Walter Hammel. „Mit dem Ausdehnen des Gebäudereiniger-Handwerks haben auch wir uns entwickelt und unser Sortiment erweitert“, erzählt Walter Hammel und zeigt auf Fotos von alten Messeständen die Entwicklung des Unternehmens und der Produktpalette. „1961 habe ich mich von Thomas Bischoff getrennt und bin meinen eigenen Weg gegangen“, berichtet er. Das Unternehmen hieß jetzt „Walter Hammel – Großhandel für Schwämme und Fensterleder“. In den sechziger Jahren kam auch Henry Unger nach Deutschland. In den USA war die professionelle Glasreinigung schon wesentlich weiter entwickelt und Henry Unger sah eine Chance, durch sein Engagement den deutschen Markt zu verändern. Sein Anliegen war es, den Glasreiniger davon zu überzeugen, Fensterleder und Leiter durch Wischer und Stange zu ersetzen.

Erste Begegnung

„Ob er sich dessen bewusst war oder nicht, weiß ich nicht, Fakt ist, dass er sich gegen traditionelle und im Markt fest verankerte Werkzeuge durchzusetzen versuchte – und das mit anfänglich eher fragwürdigen Alternativen“, erzählt Walter Hammel. Er lacht: „Meine erste Begegnung mit Henry Unger war auf einer Messe in Bad Godesberg. Dort war ich mit einem Stand mit meinem Sortiment vertreten. Plötzlich tauchte ein Amerikaner auf – handgemachten Wischer und Stange hatte er dabei. Er konnte damals praktisch kein Wort Deutsch. Bei diesem ersten Kontakt habe ich ehrlich gesagt gedacht: das war die erste und die letzte Begegnung. Danach hat er sich jedoch mehrmals gemeldet und immer wieder auf seinen Wischer und die Stange hingewiesen. Eines Tages kam er dann Sonntagsmorgens. Ein Frankfurter Kunde habe eine Stange bestellt, erklärte er. Dieser Kunde bestand darauf,dass die Firma Walter Hammel diese Stange liefern sollte. Das haben wir dann natürlich gemacht.“

Schneller und leichter

Aus den ersten Kontakten entwickelte sich eine Freundschaft. „ Ich gebe zu“, sagt Walter Hammel heute, „dass damals auch so etwas wie Mitleid eine Rolle gespielt hat. Irgendwie war mir Henry Unger sympathisch und ich fand sein Engagement auf – wie es für uns alle zunächst schien – verlorenem Posten beeindruckend. Henry Unger war oft Gast bei uns. Meine Frau bewirtete ihn. Besonders begeistert war er vom deutschen Brot und wenn er zu uns kam fragte er meine Frau immer gleich, ob sie etwas von dem guten Brot für ihn hätte.“ Die Glasreiniger jedenfalls lehnten die Stange zunächst vollkommen ab, obwohl sie eine deutliche Arbeitserleichterung darstellte. Die Glasreinigung war durch die Stange leichter, schneller und es war keine Leiter erforderlich. Außerdem ließen sich auch schwer zugängliche Fenster – z.B. über Kopf oder über einen Graben hinweg – besser reinigen. „Das Glasreinigen mit der Stange war für den Glasreiniger etwas nahezu Undenkbares. Er hatte die Vorstellung, der Kunde könne dann die Arbeit auch selber machen und sein Geschäft wäre kaputt.“

Auf Tour

Immer mehr wurde Walter Hammel jedoch bewusst, dass die neue Wischer-Generation und die Stange tatsächlich eine Verbesserung für die Glasreinigung darstellten. Schließlich war auch Walter Hammel davon überzeugt, dass diese Innovationen sinnvoll, gut und richtig waren und unterstützte Henry Unger in seinen Bemühungen. „Ich habe zusammen mit Henry Unger sehr viele Touren im süddeutschen Raum gemacht um das neue System vorzuführen. Manchmal hat es allerdings auch Streit gegeben, weil Henry die Fensterleder so komplett ablehnte. Er war nicht davon abzubringen, dass mit seinen Wischern und Stangen das Leder komplett überflüssig sei.“ Es war eine langwierige und zeitaufwändige Überzeugungsarbeit notwendig, um die Glasreiniger für die neuen Systeme zu begeistern. „Auch Henry Unger spürte natürlich die Ablehnung in Bezug auf seine Wischer und die Stange. Wir sind deshalb gar nicht erst zu den Chefs gegangen, sondern direkt auf die Straße an die Schaufenster und haben das neue System den Fensterputzern direkt gezeigt.“ Die beiden stellten sich also höchstpersönlich vor Ladenöffnung in die Fußgängerzonen und sprachen die Fensterputzer direkt an. War der Fensterputzer überzeugt, so trug er seine Wünsche nach den besseren Arbeitswerkzeugen seinem Chef vor, wodurch sich für Hammel und Unger so manche Tür öffnete, die sonst vielleicht verschlossen geblieben wäre. „Irgendwie war das eine tolle Zeit“, erzählt Walter Hammel. „Ich werde zum Beispiel nie den Morgen vergessen, als wir nach einer solchen Vorführung von einer Fensterputzerkolonne zu einer Flasche Bier eingeladen wurden, die wir an irgend einem Kiosk in Frankfurt tranken. Henry war schließlich leicht angetrunken, nahm seine Stange auf die Schulter und sagte „Walter hold mich, ich bin ganz drunken...“.“ Die Hartnäckigkeit und das Engagement von Walter Hammel und Henry Unger zahlte sich letztlich aus. Auch wenn dieser Prozess mehrerer Jahre gedauert hat, setzte sich die neue Wischergeneration und die Stange im Markt immer mehr durch.

1950

Bischof & Hammel

Thomas Bischof und Walter Hammel betreiben gemeinsam bis 1960 den Import und Verkauf von Schwämmen und Fensterledern.

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Pioniere der Glasreinigung

Zwei an der Entwicklung der Produktpalette für die moderne Glas- und Gebäudereinigung maßgeblich beteiligten Personen sind Walter Hammel, Gründer der heutigen Harema GmbH, sowie Henry Unger, Gründer der Unger Enterprises. Ein Rückblick in die Firmengeschichte zeichnet auch die historische Entwicklung der Glasreinigung nach. Die Geschichte der Harema GmbH und die Lebensgeschichte Walter Hammels ist so eng mit der Geschichte der Glas- und Gebäudereinigung in Deutschland nach 1945 verbunden, dass in den Erzählungen Walter Hammels ein Stück Geschichte greifbar und lebendig wird, das nicht unerheblichen Einfluss auf den heutigen Stand der Glasreinigung hatte. 1926 geboren, stand Walter Hammel, als er 1948 aus der Kriegsgefangenschaft nach Deutschland zurückkam, vor der Frage, wie seine Zukunft aussehen sollte. Ursprünglich hatte er die Ingenieurlaufbahn bei der Bahn einschlagen wollen und bereits ein Vorsemester absolviert, bevor er zum Kriegsdienst eingezogen worden war. Nach dem Krieg war die Fortsetzung seiner Ausbildung in diesem Bereich wegen des im Krieg zerstörten Bahnnetzes hinfällig.

Familientradition

Deshalb besann er sich auf eine alte Familientradition: Schon der Großvater und der Urgroßvater mütterlicherseits hatten ein Geschäft mit Naturschwämmen und Fensterledern betrieben. Der Großvater Johann Josef Bischoff war noch ein echter „Schwammerl-Mann“. Ein Zeitungsartikel aus dem Jahre 1934 zeigt ihn mit seinen dicken Bündeln an Schwämmen, aufgereiht an Schnüren oder in Netzen. Im Text dazu heißt es: „Wie ein lebendes Schwammbündel wälzt er sich durch den engen Verkehr der Straße und man macht ihm unwillkürlich ein wenig Platz, damit dieser Bündel sich nicht in Wohlgefallen auflöst.“ Solche Schwämme „Kostbarkeiten fremder Meere“, kamen von weit her, „über Kontinente und Meere hinweg“, aus der Südsee und dem Mittelmeer, wo sie „von eingeborenen Tauchern unter oft eigener Lebensgefahr, sicher aber unter schwerer körperlicher Anstrengung dem Meere abgerungen“ wurden – so jedenfalls der Bericht aus dem Jahre 1934. „An so manchen Schwamm den wir kaufen“, heißt es weiter, „knüpft sich eine gefährliche Begegnung mit Ungeheuern der See, wenn nicht sogar eine Tragödie voller Grauen“.

Liest sich dieser Zeitungsbericht aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg noch wie ein Abenteuerroman, so wird doch gerade daran deutlich, wie sehr sich unsere Welt inzwischen verändert hat. Tatsache jedoch ist, dass der Beruf der Schwammhändlers durchaus beschwerlich war, schließlich schleppte er zu Fuß doch eine ganz erheblich Last durch die Straßen. Dem Autor des Zeitungsartikels jedenfalls berichtete Johann Josef Bischoff, bei seinem Vater habe sich „das jahrzehntelange Tragen der Schwämme so ausgewirkt, dass er auf der einen Körperhälfte fünf Zentimeter kleiner geworden war.“ Kostbar und entsprechend teuer sind echte Schwämme noch heute, jedoch werden Sie heute eher in der Kosmetik verwendet.

Schon vor dem Krieg wusste man, dass der Schwamm „vorteilhaft dazu zu verwenden ist, am Morgen mit ihm den Schlaf aus den Augen zu waschen“, und außerdem hervorragend für „manch brave Ehegattin“ geeignet ist ihn „dem Ehegesponst über das schnarchende Haupt“ zu halten, wenn „der Gatte gar nicht aus den Federn konnte.“ Die „Brüder unserer Badeschwämme“ jedoch wurden damals vor allem für die Glasreinigung, aber z.B. auch zum Waschen von Automobilen an Tankstellen verwendet.

Importabhängiges Geschäft

Während des Krieges hatte der Großvater Walter Hammels sein Geschäft mangels Waren-Nachschub zwangsläufig aufgeben müssen und war inzwischen sogar verstorben. Im Januar 1949 trat Walter Hammel also zusammen mit einem Verwandten der Mutter, Thomas Bischoff, mit Minimal-ausstattung das Erbe der Vorfahren an und baute das Geschäft des Großvaters mit den zur Verfügung stehenden Mitteln wieder auf. Unterstützt wurden sie von Walters Vater, Ludwig Hammel, der schon im Geschäft seines Schwiegervaters die Buchhaltung gemacht hatte. Einziges zur Verfügung stehendes Kapital waren damals die Restbestände an Schwämmen aus dem Geschäft des Großvaters, aber man hatte schließlich Zeit und packte es einfach an. Das Geschäft mit Schwämmen und Ledern war ja importabhängig und nach dem Krieg war eine freie Einfuhr nicht möglich. Mit den Beständen des großväterlichen Geschäftes jedoch ließ sich das neu gegründete Unternehmen „Bischoff & Hammel“ eine Zeit lang über Wasser halten. Später gab es Einfuhrkontingente, so dass sich die Situation nach und nach verbesserte.

Glasreinigung

Das professionelle Gebäudereiniger-Handwerk im heutigen Sinne war zu dieser Zeit erst im Entstehen begriffen. Auch wenn das Gebäudereiniger-Handwerk weit zurückgehende Wurzeln hat und spätestens seit dem 20. Jahrhundert immer größere Bedeutung gewann, war die Fremdreinigung eines Objektes durch einen externen Dienstleister noch selten. Wesentlich weiter verbreitetet war die Glasreinigung – z.B. in Geschäften und Bürohäusern. Für Leder und Schwämme gab es jedoch auch nach dem Krieg vielseitige Abnehmergruppen. Neben den Glasreinigern waren auch Tankstellen, Drogerien, Ledergerbereien und Maler dankbare Abnehmer. „Traditionelles Handwerkszeug der Glasreiniger waren Einwaschtuch, Fensterleder, Poliertuch (aus Leinen oder Molton) und natürlich die Leiter“, erzählt Walter Hammel. „Das Fensterleder zählte ursprünglich zum Hauptwerkzeug. Dabei hatte man ganz bestimmte Vorstellungen von einem „guten“ Fensterleder. Es sollte eine bestimmte Größe haben, weich und natürlich gut saugfähig sein.“ Von der Fertigung blieben immer Rückstände im Leder. Diese auszuwaschen war notwendig, um die volle Saugleistung des Leders zu erzielen. „Es gab die tollsten Methoden um das zu erreichen“, berichtet Walter Hammel lachend. „Leder wurden mit Essig ausgewaschen, am Rheinstrand über den Kies gezogen oder auf irgendeine andere sonderbare Art eingearbeitet“. All diese Maßnahmen waren im Endeffekt aber für das Leder eher schädlich als zuträglich.“

Im Schlafzimmerschrank

Mit viel Freude erinnert sich Walter Hammel auch an andere Sonderbarkeiten in den ersten Jahren seines Geschäftslebens, als er in Sachen Leder und Schwämme überall unterwegs war. „Für viele Glasreiniger war das Fensterleder eine gewisse Prestigefrage und sie legten daher große Bestände an Ledern an“, schildert er. „Bei einem Besuch z.B. erklärte mir ein Kunde, er habe keinen Bedarf an Fensterledern und zeigte mir, dass alle Schubladen seines Wohnzimmerschrankes voll davon waren. Bei der Verabschiedung an der Haustür nahm er mich dann aber noch einmal zur Seite und sagte: „Schick mir drei Kip Leder, meine Frau darf aber nichts davon wissen“. Drei Kip waren immerhin 90 Stück Fensterleder, damit hat er dann wahrscheinlich auch die Schubladen seines Schlafzimmerschrankes gefüllt wie das ein anderer Kunde in Frankfurt getan hat, der im Schlafzimmer einen Schrank hatte, der voll war mit Fensterledern – teilweise sogar originalverpackt.“ Messestand der Harema GmbH von 1984.

Neben den Fensterledern wurden auch damals schon Wischer verwendet. „Das waren aber recht altertümliche Dinger“, erklärt Walter Hammel. „Sie waren wahnsinnig schwer und dadurch unhandlich. Um einen Gummi zu wechseln, musste man unendlich viele Schrauben lösen, was eine beschwerliche und zeitraubende Angelegenheit war.“ Hauptwerkzeug blieb deshalb lange Zeit das bewährte Fensterleder.